Swiss Re: Gewinnplus und Abstufungen – wie weit trägt der Lauf noch?
Wie viel Schwung bleibt nach dem starken Quartalsbericht übrig? Genau diese Frage steht heute über Swiss Re: Der Rückversicherer hat mit dem Gewinnplus überrascht, doch gleich mehrere Analysten ziehen nach und bleiben skeptisch.

Symbolbild. Kurs: SIX Zürich, Stand 06.11., 14:12 Uhr
- Swiss Re meldet für die ersten neun Monate einen Gewinnanstieg auf knapp 4,2 Milliarden US-Dollar, obwohl der Markt eher mit einem Rückgang gerechnet hatte.
- Die Aktie sprang gestern auf den höchsten Stand seit 2002, heute drücken neue Abstufungen von Barclays und UBS den Ton an der Börse.
- Der Konflikt ist klar: starke jüngste Zahlen gegen vorsichtige Häuser, die vor schwächeren Aussichten und einer anstehenden Prognose für 2027 warnen.
Unsere Entscheidung zu Swiss Re
Was wir mit Swiss Re jetzt tun würden – und an welchen Marken der Einstieg erst wieder Sinn ergibt.
Wie viel Luft bleibt? Wie viel Luft bleibt nach dem Gewinnsprung von Swiss Re? Zunächst einmal hat der Rückversicherer mit den Zahlen für die ersten neun Monate positiv überrascht. Der Überschuss lag bei knapp 4,2 Milliarden US-Dollar und damit drei Prozent über dem Vorjahr, wie Swiss Re am Donnerstag in Zürich mitteilte (dpa-AFX).
Am Markt kam das gut an, die Aktie kletterte am Vortag auf 159,95 Franken und damit auf den höchsten Stand seit 2002 (dpa-AFX). Heute drehen die Vorzeichen aber wieder: Barclays senkte das Kursziel auf 122 Franken und beließ es bei „Underweight“, UBS hält an „Sell“ mit 115 Franken fest (dpa-AFX Analyser).
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Starke Zahlen ändern nichts an der Vorsicht der Analysten
Der Kern des Berichts ist schnell erzählt: Vergleichsweise geringe Großschäden und Zuwächse im Leben-Geschäft haben Swiss Re getragen. Gleichzeitig wächst der Preisdruck in der Rückversicherung, und genau dort setzen die skeptischen Analysten an. Für den Markt zählt deshalb nicht nur der Rückblick auf die ersten neun Monate, sondern vor allem, ob Swiss Re die Ertragskraft bis in die nächste Erneuerungsrunde halten kann.
Hinzu kommt der Blick nach vorn. UBS verweist auf die im nächsten Monat anstehende Prognose für das Geschäftsjahr 2027 und die Erneuerungsrunde im Januar. Barclays argumentiert, dass starken Gewinnen schwächere Aussichten gegenüberstünden. Das macht die Aktie anfällig für jede neue Aussage zum Preisniveau und zu den Margen im Kerngeschäft.
Was die Analysten sagen
| Datum | Haus | Urteil | Kursziel | Potenzial |
|---|---|---|---|---|
| heute | Barclays | Underweight | 133,48 CHF | −12 % |
| heute | UBS | Sell | 125,82 CHF | −17 % |
| 05.11. | Jefferies | Underperform | 119,86 CHF | −21 % |
| 05.11. | RBC | Underperform | 130,76 CHF | −14 % |
| 05.11. | JPMorgan | Underweight | 141,66 CHF | −7 % |
| 18.09. | DZ Bank | Kaufen | – |
Von sechs genannten Häusern ist nur eines positiv, fünf bleiben auf der skeptischen Seite. Die Kursziele reichen von 115 bis 160 Franken, der Durchschnitt liegt bei 130,32 Franken und damit klar unter dem aktuellen Kurs. Besonders vorsichtig sind UBS und Jefferies, während die DZ Bank mit „Kaufen“ und 160 Franken deutlich aus der Reihe tanzt.
Was der Chart sagt
Technisch hat die Aktie nach dem Sprung vom Vortag viel Luft nach oben verbrannt. Der Kurs liegt nur noch knapp unter dem 20-Tage-Hoch bei 160,45 Franken, aber klar über der 50-Tage-Linie bei 144,63 Franken und der 200-Tage-Linie bei 132,93 Franken. Der Rücksetzer auf 152,15 Franken bringt die nächste Unterstützung in den Fokus: Erst im Bereich um 144,63 Franken wird das Papier wieder interessant. Bis zum Hoch bei 160,45 Franken ist der Weg kurzfristig nicht groß genug für einen sauberen Einstieg, zumal die durchschnittliche Tagesbewegung zuletzt nur 0,9 Prozent betrug.
Einstieg, Stopp und Ziel stehen in unserer Entscheidung oben im Artikel.
Zwei Szenarien
Rücklauf an die Linie
Fällt die Aktie in Richtung 144,63 Franken zurück und stabilisiert sich dort, würde das das Chance-Risiko-Verhältnis wieder aufhellen. Dann rückt das 20-Tage-Hoch bei 160,45 Franken als Ziel wieder in den Blick.
Druck hält an
Bleiben die Analysten das Zünglein an der Waage und rutscht Swiss Re unter 144,63 Franken, wird das Chartbild anfälliger. Dann droht ein Test der nächsttieferen Marken, ohne dass die frischen Zahlen schon wieder tragen.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Aktien und insbesondere Hebelprodukte können stark schwanken bis hin zum Totalverlust.
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