Stahl-Aktie im Vergleich: Thyssenkrupp, Salzgitter und voestalpine – 22 Prozent Abstand
Die Stahlwerte stehen unter Druck, obwohl einzelne Titel zuletzt gestiegen sind. Zwischen frischen Nachrichten, Analystenurteil und schwachem Branchenumfeld trennt sich heute klar, wer Halt hat und wer nachgibt.

Symbolbild
- Thyssenkrupp bekommt frische Impulse aus dem Stahl- und Infrastrukturumfeld, der Chart bleibt aber noch unter wichtigen Linien.
- Salzgitter wartet auf die Quartalsmitteilung, während die DZ Bank die vorläufigen Zahlen nur leicht positiv einordnet.
- voestalpine leidet im Sog der schwachen Stahlbranche und hat weder Analysten noch einen nahen Termin als Rückenwind.
Erwartung kontra Wirklichkeit Eigentlich hätte die Stahlbranche am Mittwoch einen ruhigeren Tag verdient. Stattdessen rutschten die Aktien unter Druck, weil Händler auf schwache Aussagen der schwedischen SSAB zum Schlussquartal verwiesen. Jefferies sprach von enttäuschenden Preisangaben für den amerikanischen Markt; bei SSAB war der Kurs deshalb deutlich im Minus (dpa-AFX, 04.11.).
Bei den drei Werten läuft das Bild sehr unterschiedlich. Thyssenkrupp hält sich mit frischen Meldungen und Analystenrückenwind am besten, Salzgitter steht vor der Quartalsmitteilung und schwankt zwischen Hoffnung und Vorsicht, voestalpine hängt am schwachen Branchenumfeld und hat aktuell weder einen Termin noch Analysten als Stütze.
Die drei im Vergleich
| Aktie | Kurs | Heute | Seit Jan. | zum Hoch | Analysten* |
|---|---|---|---|---|---|
| Thyssenkrupp | 12,50 € | +1,1 % | +28,6 % | −21 % | 3/4 · +35 % |
| Salzgitter | 49,08 € | −2,8 % | +9,7 % | −27 % | 4/5 · +39 % |
| voestalpine | 41,52 € | −1,9 % | +8,1 % | −16 % | – |
* Kaufempfehlungen von allen aktuellen Einstufungen · Potenzial zum mittleren Kursziel (dpa-AFX Analyser)
Im Vergleich steht Thyssenkrupp bei Nachrichtenlage und Analystenrückenwind vorne, weil gleich mehrere Meldungen frischen Stoff liefern. Salzgitter ist der klassische Zwischenfall vor den Zahlen: nicht schwach, aber eng an die kommenden Quartalsdaten gebunden. voestalpine bleibt derzeit am stärksten vom Branchenklima abhängig und hat ohne eigenen Termin den schwersten Stand.
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Thyssenkrupp: Mehrere Nachrichten, aber der Chart bleibt zäh
Bei Thyssenkrupp kommen gleich mehrere Signale zusammen. Der Konzern meldete am 03.11., dass Klüh Catering die Verpflegung am Standort thyssenkrupp Hohenlimburg übernimmt und rund 925 Mitarbeitende versorgen wird. Außerdem wurde die Förderung für das Dekarbonisierungsprojekt tkH2Steel gestärkt. Am 04.11. sagte der CEO nach Angaben des Korea Herald, der Wettbewerb um einen kanadischen U-Boot-Auftrag mit Hanwha sei sehr eng gewesen. Das ist Stoff für Fantasie, ersetzt aber keinen klaren Kurstreiber für den ganzen Konzern.
Am Chartbild ändert das zunächst wenig. Der Kurs liegt bei 12,50 Euro und damit unter der 50-Tage-Linie von 14,19 Euro, aber über der 200-Tage-Linie von 11,55 Euro. Das 20-Tage-Hoch liegt bei 14,35 Euro, das 20-Tage-Tief bei 11,88 Euro. Von vier Analysten sind drei positiv; das Kursziel-Mittel liegt bei 16,83 Euro. Zuletzt nannten DZ BANK am 29.10. Kaufen, Deutsche Bank Research am 29.10. Buy mit 17,00 Euro und Jefferies am 26.10. Buy mit 16,50 Euro.
Salzgitter: Vor den Zahlen, aber mit frischem Analystenblick
Salzgitter hat den Blick klar auf den 12.11. gerichtet. Am 02.11. meldete das Unternehmen die Vorabbekanntmachung zur Veröffentlichung der Quartalsberichte und Zwischenmitteilungen. Damit steht die nächste wichtige Zahlensequenz bevor. Davor hatte die DZ Bank am 30.10. den fairen Aktienwert von 56 auf 53 Euro gesenkt und die Einstufung auf Halten belassen. Der Analyst schrieb, die vorläufigen Zahlen seien leicht positiv, setzte aber zugleich auf niedrigere Bewertungsmultiplikatoren.
Der Kurs liegt bei 49,08 Euro und damit knapp unter der 50-Tage-Linie von 51,34 Euro sowie unter der 200-Tage-Linie von 50,80 Euro. Das 20-Tage-Hoch liegt bei 51,00 Euro, das 20-Tage-Tief bei 43,12 Euro. Von fünf Analysten sind vier positiv, das Kursziel-Mittel liegt bei 68,00 Euro. Jefferies nennt 66,00 Euro, JPMorgan 65,00 Euro; nur DZ Bank bremst im Moment mit Halten.
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voestalpine: Schwacher Branchenton, aber ohne eigene Meldung
Bei voestalpine fehlt derzeit die eigene Nachricht, die das Bild drehen könnte. Die Aktie geriet am 04.11. zusammen mit der europäischen Stahlbranche unter Druck. Händler verwiesen auf die enttäuschenden Preisangaben von SSAB für den amerikanischen Markt. Das Umfeld bleibt damit für die ganze Branche schwerer, ohne dass voestalpine selbst einen neuen Impuls geliefert hätte.
Der Kurs liegt bei 41,52 Euro und damit unter der 50-Tage-Linie von 44,48 Euro sowie unter der 200-Tage-Linie von 43,92 Euro. Das 20-Tage-Hoch liegt bei 45,40 Euro, das 20-Tage-Tief bei 40,68 Euro. Analysten nennt die Datenlage nicht, einen Termin gibt es ebenfalls nicht. Damit fehlt der Aktie derzeit der eigene Anker im Vergleich.
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