Intel bricht nach den Zahlen ein: Warum solide Ergebnisse nicht halfen
Intel hat solide Quartalszahlen geliefert und die Aktie am Freitag trotzdem fast 29 Prozent verloren. Der Auslöser war nicht das Geschäft im Berichtsquartal, sondern der Ausblick.

Symbolbild. Kurs: NYSE/Nasdaq, Stand 30.10., 21:29 Uhr
- Die Quartalszahlen fielen besser aus als erwartet, doch der Markt stellte sofort auf den Ausblick um.
- Nach dem Kursrutsch steht die Aktie technisch unter Druck und fällt auf wichtige Marken zurück.
- Die Analysten drehen seit Tagen an den Kurszielen, bleiben aber überwiegend auf neutralem Kurs.
Starker Bericht, harter Absturz Intel meldete am Donnerstag nach US-Handelsende Umsätze und Gewinne für das dritte Quartal, die laut LYNX Broker solide über den Erwartungen lagen. Am Folgetag brach die Aktie um 28,78 Prozent ein. Der Auslöser war demnach nicht das Ergebnis, sondern der Ausblick. (LYNX Broker, 02.11.)
Für die Aktie ist das ein klassischer Fall von guter Vergangenheit, aber düsterem Blick nach vorn. Der Markt will jetzt sehen, ob Intel die Erwartungen an das Geschäft und die Kostenentwicklung wieder stabilisieren kann.
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Der Ausblick zählt mehr als das Quartal
Intel steht für Prozessoren, Rechenzentren und viel Kapitalbedarf. Gerade in diesem Geschäft reicht ein ordentlicher Berichtszeitraum nicht, wenn die Anleger an der nächsten Prognose zweifeln.
Nach den Berichten rund um die Zahlen hat das Management eingeräumt, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. Gleichzeitig rückt genau das Risiko in den Vordergrund, das der Markt bei Intel seit Monaten am stärksten bestrafen will: ein Ausblick, der nicht schnell genug überzeugt.
Was die Analysten sagen
| Datum | Haus | Urteil | Kursziel | Potenzial |
|---|---|---|---|---|
| 30.10. | RBC | Neutral | 67,31 USD | +2 % |
| 30.10. | Bernstein | Neutral | 66,96 USD | +2 % |
| 30.10. | Barclays | Equal Weight | 66,96 USD | +2 % |
| 30.10. | Goldman Sachs | Neutral | 89,39 USD | +36 % |
| 30.10. | Jefferies | Hold | 75,98 USD | +16 % |
| 19.10. | JPMorgan | Neutral | 75,70 USD | +15 % |
| 12.08. | UBS | Neutral | 96,91 USD | +47 % |
| 24.07. | DZ Bank | Halten | – |
Unter den acht zuletzt genannten Häusern steht keine positive Einstufung. Die Kursziele reichen von 66,96 bis 96,91 US-Dollar, der Mittelwert liegt bei 77,03 US-Dollar und damit deutlich über dem zuletzt gesehenen Kurs, aber weit unter dem alten Hoch. Am 30.10. senkten RBC, Bernstein Research und Barclays ihre Ziele auf 75 US-Dollar, während Goldman Sachs bei 100 US-Dollar und Neutral blieb; Jefferies liegt bei 85 US-Dollar, UBS bei 112 US-Dollar und die DZ Bank bei 105 US-Dollar.
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Technisch hat Intel mit dem Rutsch viel Boden verloren. Der Kurs liegt zuletzt bei 65,76 US-Dollar, also knapp über dem 20-Tage-Tief bei 63,20 US-Dollar, aber klar unter der 50-Tage-Linie bei 101,11 US-Dollar und der 200-Tage-Linie bei 86,86 US-Dollar. Das 20-Tage-Hoch bei 118,20 US-Dollar und das 52-Wochen-Hoch bei 142,35 US-Dollar zeigen, wie weit die Aktie von ihrer früheren Stärke entfernt ist. Die durchschnittliche Tagesbewegung der letzten 60 Tage liegt bei 3,4 Prozent, der jüngste Absturz war also weit größer als normal.
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Zwei Szenarien
Rücklauf zur 200-Tage-Linie
Gelingt eine Stabilisierung über der Unterstützung bei 63,20 US-Dollar, rückt das Ziel bei 86,86 US-Dollar wieder in den Blick. Dann hätte der Rücksetzer eher den Charakter einer scharfen Übertreibung als den Beginn eines neuen Abwärtstrends.
Bruch der Unterstützung
Fällt Intel unter 63,20 US-Dollar, wird die Zone um 61,94 US-Dollar zum kritischen Punkt. Dann wäre der aktuelle Rebound-Versuch schnell verpufft und der Druck auf die Aktie dürfte anhalten.
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Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Aktien und insbesondere Hebelprodukte können stark schwanken bis hin zum Totalverlust.
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