Nemetschek im Check: Quartalszahlen belasten trotz starkem Wachstum
Nemetschek hat am 5. November die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt, und der Markt reagierte prompt mit Verkäufen. Das Papier rutschte weiter ab, obwohl das Wachstum nicht schwach ausfiel und Analysten an den Kaufurteilen festhielten.

Symbolbild. Kurs: Xetra, Stand 06.11., 17:35 Uhr
- Nemetschek meldete für das dritte Quartal ein beschleunigtes Umsatzwachstum, zugleich gerieten die Margen unter Druck.
- Mehrere Häuser blieben nach den Zahlen bei positivem Votum, doch ein Teil der Erwartungen wurde zurückgenommen.
- Die Aktie fällt, obwohl die Deutsche Bank Research das Kursziel bei 80 Euro und die Einstufung bei Buy belässt.
Unsere Entscheidung nach den Zahlen
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Zahlen mit zwei Gesichtern Nemetschek hat am 5. November die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht, und die Reaktion fiel klar aus: Die Aktie geriet unter Druck. Laut dpa-AFX Analyser bestätigte Deutsche Bank Research am 6. November die Einstufung „Buy“ und das Kursziel von 80 Euro.
Die Analyse verweist auf durchwachsene Resultate: starke Profitabilität, aber schwächeres Umsatzwachstum aus eigener Kraft. Genau dieser Mix erklärt, warum die Börse trotz solider Kennziffern nicht jubelt.
Der Markt schaut jetzt auf Wachstum und Marge gleichzeitig
Nemetschek verdient sein Geld mit Software für Planung, Bau und digitale Workflows. Genau dort liegt der Kern der Diskussion: Das Wachstum soll tragen, ohne dass die Profitabilität leidet. Wenn eines von beidem enttäuscht, wird die Aktie schnell neu bewertet.
Auch andere Analysten haben nach den Zahlen reagiert. Die DZ Bank blieb am 5. November bei Halten mit einem fairen Wert von 70 Euro und verwies darauf, dass das Management die Erwartungen in den Segmenten Manage und Media zurückgenommen habe. Für den Markt ist das ein Signal, dass nicht alle Sparten gleich stark ziehen.
Was die Analysten sagen
| Datum | Haus | Urteil | Kursziel | Potenzial |
|---|---|---|---|---|
| heute | Deutsche Bank | Buy | 80,00 € | +24 % |
| 05.11. | DZ Bank | Halten | 70,00 € | +8 % |
| 05.11. | Jefferies | Buy | 72,00 € | +11 % |
| 05.11. | JPMorgan | Overweight | 110,00 € | +70 % |
| 25.09. | Berenberg | Buy | 115,00 € | +78 % |
| 04.09. | Goldman Sachs | Buy | 100,00 € | +54 % |
| 04.08. | UBS | Sell | 52,00 € | −20 % |
Von sieben genannten Häusern stehen fünf positiv, zwei sind vorsichtiger. Die Spanne reicht von 52 Euro bei UBS bis 115 Euro bei Berenberg, das Mittel liegt bei 85,57 Euro und damit klar über dem Kurs. Neu am 6. November blieb Deutsche Bank Research bei Buy und 80 Euro, während die DZ Bank am 5. November bei Halten und 70 Euro blieb.
Was der Chart sagt
Die Aktie notiert unter der 50-Tage-Linie bei 66,89 Euro und auch unter dem 20-Tage-Tief von 66,10 Euro. Über der 200-Tage-Linie bei 63,90 Euro bleibt ein wichtiger Puffer bestehen. Der Abstand zum 20-Tage-Hoch bei 77,05 Euro zeigt zugleich, wie viel Vertrauen der Markt zuletzt abgebaut hat. Die durchschnittliche Tagesbewegung der vergangenen 60 Tage liegt bei 2,3 %, das spricht für spürbare Nervosität.
Einstieg, Stopp und Ziel stehen in unserer Entscheidung oben im Artikel.
Zwei Szenarien
Rückeroberung der Marke
Schafft Nemetschek den Sprung zurück über 66,89 Euro, entspannt sich das Bild zunächst. Ein Anlauf Richtung 77,05 Euro würde dann wieder realistisch wirken.
Druck bleibt hoch
Bleibt die Aktie unter 66,89 Euro, dominiert weiter der Abgabedruck. Unter 63,90 Euro würde das charttechnische Bild noch einmal klar kippen.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Aktien und insbesondere Hebelprodukte können stark schwanken bis hin zum Totalverlust.
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