Oracle im Check: Tencent-Rückzug trifft die Aktie ins Mark
Der geplatzte Deal mit Tencent reißt Oracle mitten in eine ohnehin fragile Phase. Bleibt der Druck auf die Aktie jetzt erst einmal dominant, oder findet sie an der nächsten Unterstützung Halt?

Symbolbild. Kurs: NYSE/Nasdaq, Stand 05.11., 16:25 Uhr
- Der gestoppte Chip-Leasing-Deal mit Tencent nimmt Oracle ein Geschäft mit großer Reichweite in China und belastet die KI-Fantasie. Die Nachricht kam laut Berichten unter US-Druck zustande (The Deep Dive, 05.11.; TechNode, 05.11.).
- Die Aktie rutscht weiter unter wichtige Durchschnittslinien und nähert sich ihrer Unterstützung bei 114,50 US-Dollar. Das macht jede neue Belastung kurzfristig besonders wirksam.
- Sechs von sieben Analysten bleiben positiv, obwohl die Aktie zuletzt deutlich gefallen ist. Das zeigt: Der Markt preist gerade viel Skepsis ein, während das langfristige Vertrauen noch nicht weg ist.
Deal geplatzt, Aktie schwach Oracle hat laut einem Bericht den geplanten 7-Milliarden-Dollar-Chip-Leasing-Deal mit Tencent auf Druck der US-Regierung beendet (The Deep Dive, 05.11.; TechNode, 05.11.). Damit fällt ein Geschäft weg, das den Zugang chinesischer Kunden zu Rechenleistung deutlich erweitert hätte. An der Börse kam die Nachricht in ein ohnehin schwaches Umfeld für Tech-Werte.
Unsere Entscheidung zu Oracle nach dem Deal-Schock
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Für die Aktie ist das vor allem deshalb heikel, weil Oracle zuletzt ohnehin verkauft wurde. Der Titel notiert klar unter wichtigen Durchschnittslinien, und jeder weitere Rückschlag erhöht den Druck auf die nächste Unterstützung. Gleichzeitig zeigt die Reaktion der Analysten bisher: Das Grundvertrauen in das Geschäftsmodell ist nicht weg.
Der Markt schaut jetzt auf die Unterstützung
Oracle steht im Zentrum des KI-Infrastruktur-Trends, weil der Konzern Datenbanken, Cloud-Dienste und Rechenleistung für Unternehmen bereitstellt. Genau dort waren die Erwartungen zuletzt hoch, weshalb Nachrichten über geopolitische Einschränkungen sofort auf die Stimmung drücken. Wenn ein großer Deal wegbricht, stellt das nicht nur einen Einzelfall dar, sondern weckt Zweifel an der nächsten Wachstumsstufe.
Wichtig ist nun weniger die Schlagzeile als die Frage, ob die Aktie über der nächsten Auffangzone Stabilität findet. Der Kurs liegt deutlich unter der 50-Tage-Linie und auch unter der 200-Tage-Linie, was den übergeordneten Abwärtstrend sichtbar macht. Erst wenn Käufer wieder konsequent in den Markt kommen, kann sich die Lage beruhigen.
Was die Analysten sagen
| Datum | Haus | Urteil | Kursziel | Potenzial |
|---|---|---|---|---|
| 29.10. | UBS | Buy | 224,50 USD | +93 % |
| 29.10. | JPMorgan | Overweight | 179,48 USD | +54 % |
| 23.10. | Goldman Sachs | Buy | 183,88 USD | +58 % |
| 12.10. | RBC | Neutral | – | |
| 25.09. | Bernstein | Outperform | 285,49 USD | +145 % |
| 18.09. | DZ Bank | Kaufen | – | |
| 11.09. | Jefferies | Buy | 249,89 USD | +115 % |
Von den sieben vorliegenden Einschätzungen sind sechs positiv. Die Kursziele reichen von 179,48 bis 285,49 US-Dollar, im Mittel liegen sie bei 224,65 US-Dollar und damit klar über dem aktuellen Niveau. Die jüngsten Anpassungen stammen aus Ende Oktober; neue Änderungen in den letzten drei Tagen sind in den Daten nicht enthalten.
Was der Chart sagt
Der Kurs steht bei 116,49 USD und damit unter der 50-Tage-Linie bei 140,51 USD sowie unter der 200-Tage-Linie bei 156,01 USD. Die Spanne der letzten 20 Handelstage reicht von 118,43 USD bis 148,48 USD. Zum 52-Wochen-Hoch bei 255,28 USD fehlen 54 %.
Einstieg, Stopp und Ziel stehen in unserer Entscheidung oben im Artikel.
Zwei Szenarien
Über 140,51 USD
Schafft Oracle den Sprung über 140,51 USD (50-Tage-Linie), wäre die nächste Hürde genommen. Erst dann bekäme die Erholung Rückenwind.
Unter 114,50 USD
Rutscht Oracle unter die Unterstützung bei 114,50 USD, wird es eng. Unser Stopp läge bei 112,21 USD.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Aktien und insbesondere Hebelprodukte können stark schwanken bis hin zum Totalverlust.
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