Bayer-Aktie +3,7 %: Prognose rauf, Analysten ziehen nach
Bayer liefert ein Quartal, das viele Skeptiker überrascht hat, und der Kurs zieht sofort an. Doch nach dem Sprung bleibt die Frage: Reicht der Rückenwind schon für den nächsten Schub, oder läuft die Aktie erst einmal in eine enge Zone?

Symbolbild. Kurs: Frankfurt, Stand 05.11., 16:17 Uhr
- Die Zahlen zum dritten Quartal waren besser als erwartet, vor allem das Pharmageschäft legte stark zu und trug den Konzern.
- Bayer hebt die Jahresziele an und verweist zugleich auf Fortschritte beim Schuldenabbau und bei den US-Rechtsrisiken.
- Auch die Analysten reagieren prompt: Die DZ Bank erhöht den fairen Wert und bleibt bei Kaufen.
Unsere Entscheidung nach den Zahlen
Was wir mit Bayer jetzt tun – mit klaren Marken für Einstieg, Stopp und Ziel.
Starke Zahlen, offene Frage Bayer hat am Donnerstag mit den Zahlen zum dritten Quartal und einer angehobenen Prognose den Ton gesetzt, die Aktie reagierte mit einem klaren Plus. Der Konzern meldete für das Quartal einen Umsatzanstieg um 4,1 Prozent auf 10,05 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von 1,62 Milliarden Euro, nachdem Analysten im Schnitt rund 1,43 Milliarden Euro erwartet hatten (FinanzNachrichten.de, 05.11.; Bayer/Quartalszahlen laut News).
Besonders die Pharmasparte war der Treiber: Ihr bereinigtes EBITDA legte um fast 24 Prozent zu, während die Agrarsparte schwächer lief und unter dem Strich weiter ein Verlust steht. Zugleich hob Bayer die Jahresziele an und stellte auch beim Cashflow sowie beim Schuldenabbau Verbesserungen in Aussicht (FinanzNachrichten.de, 05.11.).
Pharma trägt, Agrar bremst
Für die Aktie zählt jetzt vor allem, dass Bayer den Ertrag wieder stabiler bekommt und die Gewinnquelle Pharma stärker greift. Konzernchef Bill Anderson spricht von einem Wendepunkt, und genau dieses Signal will der Markt nun mit weiteren Quartalen bestätigt sehen.
Gleichzeitig bleibt die Baustelle Agrarchemie sichtbar, denn dort brach das Ergebnis im dritten Quartal deutlich ein. Dazu kommen die US-Rechtsrisiken, auch wenn die DZ Bank am Donnerstag operative Stabilisierung, Schuldenabbau und Fortschritte bei diesen Themen hervorhob (dpa-AFX-Analyser, 05.11.).
Was die Analysten sagen
| Datum | Haus | Urteil | Kursziel | Potenzial |
|---|---|---|---|---|
| heute | DZ Bank | Kaufen | – | |
| 04.11. | Goldman Sachs | Buy | 66,00 € | +18 % |
| 04.11. | UBS | Buy | 66,00 € | +18 % |
| 04.11. | Deutsche Bank | Buy | 60,00 € | +7 % |
| 03.11. | JPMorgan | Overweight | 61,00 € | +9 % |
| 03.11. | Jefferies | Hold | 46,00 € | −18 % |
| 08.09. | Barclays | Overweight | 70,00 € | +25 % |
Von den sieben genannten Häusern sind sechs positiv gestimmt. Die Kursziele reichen von 46,00 bis 70,00 Euro, der Mittelwert liegt bei 61,50 Euro und damit rund 10 Prozent über dem Kurs. Am unteren Ende steht Jefferies mit Hold und 46 Euro, während Barclays mit 70 Euro und Overweight am weitesten oben liegt.
Was der Chart sagt
Die Aktie notiert mit 55,96 Euro über der 50-Tage-Linie bei 47,36 Euro und auch über der 200-Tage-Linie bei 43,66 Euro. Das 20-Tage-Hoch liegt bei 54,02 Euro und damit bereits hinter dem Kurs, der damit in die obere Zone vorgedrungen ist. Auffällig ist auch der Abstand zum 20-Tage-Tief bei 42,30 Euro, denn der jüngste Anstieg hat das Bild deutlich aufgehellt. Die Marke um das jüngste Hoch bleibt jetzt der erste Prüfstein für den nächsten Trendschub.
Einstieg, Stopp und Ziel stehen in unserer Entscheidung oben im Artikel.
Zwei Szenarien
Ausbruch über die Hürde
Gelingt der Aktie der Sprung über das jüngste Hoch, bleibt der Weg Richtung 60 bis 65 Euro aus charttechnischer Sicht offen. Dann hätte Bayer den frischen Zahlenrückenwind in einen neuen Trendschub übersetzt.
Rücklauf in die Zone
Scheitert der Ausbruch, kann die Aktie wieder in die vorherige Handelszone zurückfallen. Dann rückt die 50-Tage-Linie bei 47,36 Euro erneut als Orientierung in den Fokus.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Aktien und insbesondere Hebelprodukte können stark schwanken bis hin zum Totalverlust.
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