BASF wirbt um Evonik: Warum der Widerstand den Deal nicht beendet
BASF steht plötzlich im Zentrum eines Übernahmepokers, den der Markt noch nicht abschreiben will. Evonik widerspricht zwar scharf – doch gerade das macht die Frage spannend, wie ernst es BASF mit dem Vorstoß meint.

Symbolbild. Kurs: Frankfurt, Stand 04.11., 08:32 Uhr
- Evonik weist das Sondierungsangebot zurück und spricht von einem „merkwürdigen Zeitpunkt“ für den Vorstoß.
- BASF hält an der strategischen Logik einer Kombination fest und verweist auf einen langen Vorlauf.
- Für die Aktie zählt nun weniger der Schlagabtausch als die Frage, ob aus dem Vorstoß mehr wird als ein Testballon.
Widerstand ändert die Lage Evonik hat den Vorstoß von BASF am 3. November deutlich zurückgewiesen und den Zeitpunkt der Kontaktaufnahme kritisiert. Das berichteten unter anderem dpa-AFX und Reuters; BASF entgegnete, ein solcher Prozess werde über Monate vorbereitet. Ein BASF-Sprecher verwies darauf, dass eine Kombination beider Unternehmen der richtige strategische Schritt sein könne.
Unsere Entscheidung zu BASF
Was wir mit BASF nach dem Evonik-Poker tun – mit konkreten Marken und einem klaren Plan.
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Für die Aktie ist das ein zweischneidiges Signal. Einerseits zeigt der Vorgang, dass BASF aktiv an der eigenen Aufstellung arbeitet, andererseits ist der Weg zu einem Deal mit Hürden gespickt. Der Markt bekommt damit einen möglichen Kurstreiber, aber noch keine Lösung.
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Ein Vorstoß mit offenem Ausgang
BASF ist für viele Anleger vor allem ein Chemiewert mit großem Industrie- und Spezialchemie-Standbein. Genau deshalb wird jede strategische Bewegung schnell größer gelesen als eine normale Branchenmeldung: Wenn der Konzern über Zukäufe oder Kombinationen spricht, geht es um Größenordnung, Synergien und die Frage, ob das Portfolio robuster wird. Im aktuellen Fall steht Evonik im Fokus, ein Spezialchemiekonzern mit eigener Marktposition, der sich klar gegen die Annäherung stellt.
Der Markt will jetzt nicht nur Worte, sondern Klarheit über den nächsten Schritt. Solange BASF nur sondiert und Evonik blockt, bleibt der Effekt vor allem psychologisch: Es gibt Fantasie, aber noch keinen belastbaren Deal. Gleichzeitig zeigt die Reaktion von Evonik, wie sensibel die Chemiebranche auf strategische Veränderungen reagiert, wenn Unsicherheit über Führung, Timing und Bewertung aufeinandertreffen.
Was die Analysten sagen
| Datum | Haus | Urteil | Kursziel | Potenzial |
|---|---|---|---|---|
| 29.10. | UBS | Neutral | 55,00 € | +4 % |
| 29.10. | Berenberg | Hold | 51,50 € | −3 % |
| 28.10. | DZ Bank | Kaufen | – | |
| 28.10. | Bernstein | Outperform | 61,00 € | +15 % |
| 28.10. | JPMorgan | Underweight | 40,00 € | −24 % |
| 28.10. | Jefferies | Hold | 44,00 € | −17 % |
| 26.10. | Deutsche Bank | Hold | 53,00 € | +0 % |
Zu BASF selbst gab es in den letzten Tagen keine neue Analystenrunde, die den Vorstoß direkt bewertet hätte. Die letzte Bandbreite reicht von 40,00 bis 61,00 Euro; damit liegen die Häuser weiter weit auseinander. Besonders skeptisch bleibt JPMorgan mit „Underweight“ und 40,00 Euro, während Bernstein Research mit 61,00 Euro deutlich optimistischer ist.
Was der Chart sagt
Die Aktie notiert mit 52,84 Euro über der 50-Tage-Linie bei 51,95 Euro und auch über der 200-Tage-Linie bei 50,46 Euro. Kurzfristig wirkt der Bereich um 54,26 Euro als erste Hürde, darüber liegt mit 55,11 Euro das 52-Wochen-Hoch. Unterhalb von 51,95 Euro wird das Bild spürbar schwächer; das nächste 20-Tage-Tief liegt bei 50,22 Euro. Die Aktie bewegt sich damit in einer engen Zone zwischen Unterstützung und Deckel.
Einstieg, Stopp und Ziel stehen in unserer Entscheidung oben im Artikel.
Zwei Szenarien
Deal-Fantasie gewinnt
Setzt sich der Gedanke einer Kombination durch, rückt zuerst der Bereich um 54,26 Euro in den Blick. Gelingt der Ausbruch, wird auch das 52-Wochen-Hoch bei 55,11 Euro wieder interessant.
Absage verfestigt sich
Bleibt es bei der klaren Abwehr von Evonik, fehlt der Aktie der frische Impuls. Dann wird die Zone um 51,95 Euro zur wichtigen Marke, darunter steigt der Druck bis 50,22 Euro.
Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Aktien und insbesondere Hebelprodukte können stark schwanken bis hin zum Totalverlust.
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