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Lufthansa · Übernahme

Lufthansa: Tap-Einstieg unterzeichnet, aber Brüssel hat noch ein Wort – neue Wachstumsfantasie

Lufthansa hat den Einstieg bei Tap vertraglich abgesichert. Doch der Deal ist noch nicht durch: Die Wettbewerbsbehörden müssen erst zustimmen, bevor die neue Wachstumsstory voll zündet.

HSVon Redaktion Hebelschein-Spekulant Research04.11.2026, 08:33 UhrLesezeit 5 Minuten
Symbolbild
Lufthansa (Frankfurt)7,73 €−0,0 % · −9,2 % seit Jahresbeginn

Symbolbild. Kurs: Frankfurt, Stand 04.11., 08:06 Uhr

  • Mit der Unterzeichnung rückt der Einstieg bei der portugiesischen Tap einen Schritt näher, der Kaufpreis ist nun klar benannt.
  • Der Konzern bekommt damit Zugang zu neuen Strecken, vor allem Richtung Portugal sowie Südamerika und Brasilien, wie Lufthansa es selbst beschreibt.
  • An der Börse bleibt trotzdem ein Haken: Die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden steht noch aus.

Deal steht, Hürde bleibt Lufthansa und die Regierung Portugals haben den Einstieg des Konzerns bei Tap schriftlich besiegelt, wie dpa-AFX am 03.11. meldete. Zunächst übernimmt Lufthansa 44,9 Prozent für 1,025 Milliarden Euro; ein weiterer Anteil von bis zu 5 Prozent ist für Beschäftigte reserviert, könnte aber ebenfalls noch zu Lufthansa wandern. Dann läge der Kaufpreis bei 1,2 Milliarden Euro.

Für den Konzern ist das ein klarer strategischer Schritt, denn Tap ergänzt das bestehende Streckennetz vor allem in Portugal und auf Verbindungen nach Südamerika und Brasilien. Gleichzeitig ist der Weg noch nicht ganz frei: Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Genau dieser Punkt entscheidet jetzt darüber, wie schnell aus dem Papier ein echter Wachstumsschub wird.

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Die Tap-Transaktion kann das Netz spürbar stärken

Lufthansa will mit Tap ein Stück des europäischen Luftverkehrs weiter zusammenziehen. Aus Konzernsicht passt das zu einer Strategie, bei der Hubs, Zubringer und Langstrecken enger ineinandergreifen. Der Deal ist deshalb mehr als ein reiner Minderheitskauf: Er kann die Position auf wichtigen Routen festigen und zusätzliche Passagierströme bringen.

Der Markt schaut nun auf zwei Dinge: auf die kartellrechtliche Freigabe und darauf, ob die operative Entwicklung die Fantasie trägt, die das dritte Quartal zuletzt geweckt hat. Laut LYNX Broker halfen unerwartet gute Q3-Ergebnisse der Aktie am Dienstag bereits über eine Charthürde. Die Tap-Unterzeichnung liefert nun einen weiteren Baustein, aber eben noch nicht den endgültigen Durchbruch.

„Unsere Netzwerke ergänzen sich ideal und eröffnen uns neben Portugal insbesondere in Südamerika und Brasilien neue Wachstumsperspektiven.“Carsten Spohr, Lufthansa-Mitteilung laut dpa-AFX, 03.11.2026

Was die Analysten sagen

1 von 8 Häusern raten zum KaufKursziele 7,00 € – 10,00 €Mittel 8,16 € (+6 % zum Kurs)
DatumHausUrteilKurszielPotenzial
03.11.DZ BankHalten–
03.11.Deutsche BankHold8,00 €+4 %
03.11.UBSBuy10,00 €+29 %
03.11.RBCNeutral8,50 €+10 %
03.11.BernsteinNeutral9,00 €+16 %
03.11.JPMorganNeutral7,00 €−9 %
19.08.BarclaysUnderweight7,50 €−3 %
05.08.Goldman SachsSell7,10 €−8 %

Nach den Quartalszahlen bleibt das Bild gemischt: Nur UBS steht mit „Buy“ klar auf der positiven Seite, während die übrigen Häuser überwiegend bei Halten oder Neutral liegen. Die Kursziele reichen von 7,00 bis 10,00 Euro, der Mittelwert liegt bei 8,16 Euro. Zuletzt haben DZ Bank und Deutsche Bank Research am 03.11. ihre Einschätzungen bestätigt beziehungsweise den fairen Wert angehoben, ohne den skeptischen Grundton ganz zu verlassen.

Was der Chart sagt

7,007,508,008,509,0050-Tage-Linie7,73 €
Lufthansa, Schlusskurse der letzten drei Monate (Frankfurt) · gestrichelt: 50-Tage-Linie
200-Tage-Linie8,22 €
50-Tage-Linie7,53 €
20-Tage-Hoch7,97 €
20-Tage-Tief6,91 €

Die Aktie notiert über der 50-Tage-Linie bei 7,53 Euro, aber noch unter der 200-Tage-Linie bei 8,22 Euro. Das 20-Tage-Hoch bei 7,97 Euro ist der erste Griff nach oben, das 20-Tage-Tief bei 6,91 Euro die nächste wichtige Haltezone. Solange der Kurs zwischen diesen Marken pendelt, bleibt der Ausbruch noch nicht sauber bestätigt. Erst ein Sprung über 7,97 Euro würde das Bild spürbar aufhellen.

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Zwei Szenarien

Freigabe kommt

Bekommen die Wettbewerbsbehörden grünes Licht, rückt die Aktie aus der engen Spanne heraus. Dann wird die 200-Tage-Linie bei 8,22 Euro zum naheliegenden Ziel.

Deal stockt

Zieht sich die Genehmigung hin oder kippt der Zeitplan, fehlt der Aktie der nächste Impuls. Dann bleibt die 50-Tage-Linie bei 7,53 Euro die erste Verteidigungslinie.

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