Knorr-Bremse bestätigt die Prognose: Warum der Markt trotzdem verkauft
Knorr-Bremse hat im dritten Quartal beim Umsatz und beim operativen Ergebnis zugelegt und die Prognose für 2026 bekräftigt. Trotzdem fiel die Aktie am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit Dezember 2025 und lag zeitweise unter 90 Euro.

Symbolbild. Kurs: Xetra, Stand 29.10., 10:15 Uhr
- Der Umsatz stieg laut AFX News im dritten Quartal um 9,0 Prozent auf 2,05 Milliarden Euro.
- Das EBIT kletterte auf 281 Millionen Euro, die Marge auf 13,7 Prozent; mwb Research nannte den Free Cash Flow mit 238 Millionen Euro.
- Die Aktie brach dennoch ein und rutschte unter die Unterstützung im Bereich 95 Euro.
Starke Zahlen, schwacher Kurs. Knorr-Bremse legte am Mittwochabend und Donnerstagmorgen frische Quartalszahlen vor. Laut AFX News stieg der Gewinn je Aktie im dritten Quartal auf 1,09 Euro, nach 0,89 Euro im Vorjahr. Der Umsatz erreichte 2,05 Milliarden Euro, das EBIT 281 Millionen Euro. Das Unternehmen sagte zugleich, dass das operative Ergebnis 2026 am oberen Ende der Spanne liegen soll. (AFX News, dpa-AFX)
An der Börse kam das nicht gut an. Die Aktie fiel am Donnerstag zeitweise auf etwas mehr als 89 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Dezember 2025. Ein Händler sprach zwar vom freien Cashflow als einzigem Lichtblick, sah aber sonst enttäuschende Kennziffern. (dpa-AFX)
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Der Markt schaut auf mehr als nur die Margen
Für Knorr-Bremse zählen vor allem zwei Dinge: die Entwicklung im Bahngeschäft und die Erholung im Lkw-Bereich. mwb Research verwies auf einen starken Auftragsbestand im Rail-Segment und auf eine anziehende Nachfrage in Nordamerika und Europa bei Truck. Das Unternehmen bestätigte außerdem die Prognose für 2026 und erwartet Umsatz sowie Free Cash Flow am oberen Ende der jeweiligen Spannen. (mwb research)
Genau hier liegt der Knackpunkt für die Aktie. Wenn die Zahlen zwar solide sind, der Markt aber auf noch mehr Schwung gehofft hat, reicht eine Bestätigung der Prognose oft nicht aus. Dazu kommt: Die Aktie notiert klar unter der 50-Tage-Linie bei 102,00 Euro und auch unter der 200-Tage-Linie bei 102,30 Euro. Das macht jeden Erholungsversuch anfällig.
Was die Analysten sagen
| Datum | Haus | Urteil | Kursziel | Potenzial |
|---|---|---|---|---|
| 28.10. | JPMorgan | Neutral | 108,00 € | +18 % |
| 09.10. | Jefferies | Buy | 126,00 € | +37 % |
| 30.09. | Warburg Research | Buy | 131,00 € | +43 % |
| 30.09. | Berenberg | Buy | 125,00 € | +36 % |
| 29.09. | Deutsche Bank | Buy | 118,00 € | +28 % |
| 04.08. | DZ Bank | Halten | – | |
| 03.08. | Goldman Sachs | Positiv | 132,00 € | +44 % |
| 07.07. | UBS | Buy | 123,00 € | +34 % |
Die Analysten bleiben nach den Zahlen mehrheitlich freundlich: 5 von 8 Häusern liegen auf der positiven Seite, die Kursziele reichen von 108,00 bis 132,00 Euro. Am Abend nach den Zahlen blieb JPMorgan aber bei Neutral und setzte das Kursziel auf 108,00 Euro. Jefferies, Warburg Research, Berenberg, Deutsche Bank Research und Goldman Sachs liegen weiter im Lager der Käufer.
Was der Chart sagt
Charttechnisch ist das Bild angeschlagen. Die Aktie fiel unter die Unterstützung im Bereich von 95 Euro, die seit März mehrfach gehalten hatte. Der Kurs notiert bei 91,90 Euro und damit unter dem 20-Tage-Tief bei 95,30 Euro sowie unter der 50-Tage-Linie bei 102,00 Euro und der 200-Tage-Linie bei 102,30 Euro. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 115,60 Euro, die Unterstützung bei 77,50 Euro bleibt der nächste markante Bereich nach unten.
Und wie entscheiden wir? Unsere Entscheidung mit Einstieg, Stopp und Ziel steht direkt unter diesem Artikel.
Unsere Entscheidung ansehen ↓Zwei Szenarien
Zurück über 95 Euro
Holt sich die Aktie die Marke von 95 Euro zurück, wäre das erste Signal für eine Stabilisierung da. Über 102,00 Euro und 102,30 Euro würde der Chart wieder freundlicher.
Druck bleibt hoch
Bleibt Knorr-Bremse unter 95 Euro, dominiert weiter der Abwärtstrend. Dann rückt die Zone um 77,50 Euro als nächster Referenzpunkt in den Blick.
Unsere Entscheidung zu Knorr-Bremse
Was wir mit Knorr-Bremse jetzt tun, inklusive der konkreten Marken für Einstieg, Stopp und Ziel.
Quellen: JPMorgan, Jefferies, Warburg Research, Berenberg, Deutsche Bank, DZ Bank, Goldman Sachs, UBS laut dpa-AFX Analyser (FinanzNachrichten.de); dpa-AFX (29.10.), mwb research (29.10.), AFX News (29.10.); Kursdaten EODHD (Xetra), Stand 29.10., 10:15 Uhr. Risikohinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Aktien und insbesondere Hebelprodukte können stark schwanken bis hin zum Totalverlust.

